27.04.2026: Die Künstliche Intelligenz und wir - Wie KI unsere Gesellschaft verändert und wie wir damit umgehen sollten

1. Begrüßung und Einführung (Winfried Thaa)

Wir werden heute zwar weder über den Irankrieg, noch über Donald Trump und seine jüngsten Ausfälle gegen den Papst sprechen. Dennoch wird uns ein aktuelles Thema, nämlich die sogenannte Künstliche Intelligenz, beschäftigen. 

Es ist für unseren Gesprächskreis kein ganz neues Thema. Ich habe auf der Dokumentationsseite nachgeschaut, weil ich mich zu erinnern glaubte, dass wir darüber vor nicht allzu langer Zeit schon einmal diskutiert hätten. Gefunden habe ich einen Gesprächskreis vom November 2020 - schon eine ganze Weile her also. (Wir waren da wieder einmal der Zeit voraus). Mittlerweile ist das Thema nahezu täglich in der Zeitung und den Medien. Um nur zwei Beispiele für die thematische Breite zu nennen, in der über KI berichtet wird:

Am 09. April fanden sich gleich zwei längere Artikel dazu in der Südwest Presse. Der erste mit dem Titel „Fake-Urteile in Gerichtsakten“ berichtete davon, dass sich immer mehr Klageschriften auf höherinstanzliche Gerichtsurteile beriefen, die gar nie gefällt worden sind. Offensichtlich schreiben Anwälte ihre Klageschriften immer häufiger mit Hilfe der KI und laufen damit Gefahr, sog. KI-Halluzinationen zu bemühen, die dann ev. sogar Eingang in die Gerichtsurteile finden können.

Am selben Tag, ein paar Seiten weiter, fand sich die Überschrift „KI macht Models Konkurrenz“. Der Artikel berichtet, dass bei der medialen Präsentation von Modekollektionen immer häufiger auf Photoshootings mit Models verzichtet wird, weil generative KI es ermöglicht, neue Kollektionen innerhalb weniger Stunden an künstlich geschaffenen Models zu präsentieren.

Allein diese beiden Beispiele verweisen schon auf eine Reihe gravierender Probleme, die mit dem Zeit- und Arbeitsersparnis versprechenden Einsatz von KI verbunden sind: Arbeitsplatzverluste, aber noch gravierender, die immer schwierigere Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Fiktion, und damit auch die Manipulation unserer normativen und ästhetischen Maßstäbe.

Ich bin sicher, Wolfgang Hesse, der heute den Impuls übernehmen wird, wird uns noch von weiteren, teilweise beängstigenderen Beispielen, berichten - etwa dem militärischen Einsatz von KI.

Es soll heute insgesamt aber nicht darum gehen, nur Schreckensszenarien an die Wand zu malen. Wir wollen vielmehr nach der Wechselwirkung von KI und Gesellschaft fragen. Dazu ließe sich - was hier ja nicht allzu oft passiert - Karl Marx zitieren:

„Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten“ (Das Elend der Philosophie (1847), MEW 4. S. 130). Wir wollen allerdings etwas weniger deterministisch als Marx nicht nur danach fragen, wie die Gesellschaft durch KI verändert wird, sondern auch, ob und wie die Gesellschaft die KI und ihre Anwendung gestalten und damit über ihre eigene Veränderung noch die Kontrolle bewahren kann.

Die Bücher, die Wolfgang Hesse vorstellen wird, beschäftigen sich mit der Beeinflussung von KI und Gesellschaft in beiden genannten Richtungen. Mehr will ich dazu jetzt aber nicht vorwegnehmen und übergebe das Wort an Wolfgang.

 

2. Mustafa Suleyman und Michael Baskhar, The Coming Wave (Wolfgang Hesse)

Zur Präsentation (kann als pdf heruntergeladen werden)

 

3. Diskussionsbeiträge (Moderation: Winfried Thaa; Protokoll: Karl Schneiderhan)

In der Diskussion wurden die Chancen, aber auch die Gefahren der KI geäußert, ebenso Maßnahmen benannt, wie die Entwicklung kontrollierter gesteuert werden kann. 

Chance und Nutzen von KI:

Risiken und Gefahren der KI-Nutzung

 

Maßnahmen zur Steuerung der KI

Einige Menschen werden enorm begünstigt, andere werden alles verlieren. Militärisch stärkt [die kommende Welle] einige Nationalstaaten und Milizen gleichermaßen. Es geht also nicht nur die Verstärkung spezifischer Bruchstellen und Risse, sondern etwas längerfristig um eine Umgestaltung des Bodens, auf dem unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Und im Zuge dieser großen Umverteilung der Macht wird der Staat, der ohnehin schon angeschlagen ist und immer fragiler wird, in seinen Grundfesten erschüttert; die große Übereinkunft wird brüchig und prekär.

  

Auf folgende Veröffentlichungen bzw. Veranstaltungen wird noch hingewiesen:

 

4. Abschluss (Winfried Thaa)

Winfried Thaa dankt Wolfgang Hesse für den informativen Impuls sowie den Teilnehmenden für die engagierte Diskussion.

 

Terminhinweis:

Wegen Pfingstmontag findet der nächste Gesprächskreis bereits eine Woche früher statt und zwar am Montag, 18. Mai 2026. Thema wird sein: Ein Jahr Merz-Regierung.

 

 

 

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